Engagement? Geht auch digital!

 

Zoom-Meeting statt Stammtisch und Instagram-Account statt Upcycling: Um Social Distancing zu gewährleisten und unsere Aktiven und ihre Mitmenschen zu schützen, treffen wir uns im Moment nicht persönlich. Unserem Engagement setzt das aber kein Ende: Stattdessen nutzen wir die Zeit zum Planen, Organisieren und Austauschen. Im Interview erzählen Jule vom Projekt Psych_Ed und Marion vom Projekt Köln_Cycle von ihren Tipps für digitale Projektarbeit.

 

Wie seid ihr zu den Projekten gekommen, bei denen ihr aktiv seid?

Jule: „Ich habe Psych_Ed genau eine Woche vor den Kontakteinschränkungen kennen gelernt. Da ich aber diese Art von Arbeit auch beruflich machen möchte, habe ich mir gedacht: Wenn nicht jetzt, wann dann? Soziales Engagement ist immer wichtig - und Enttabuisierung auch. Für mich spielt da keine Rolle, ob man das digital oder persönlich angeht, solange man es eben angeht.“

Marion: „Ich bin schon Ende letzten Jahres dazu gekommen, als noch normale Treffen stattfinden konnten. Auf das Projekt bin ich eher durch Zufall aufmerksam geworden - durch eine Bekanntschaft am Bahngleis, als wir wegen eines unbeaufsichtigten Gepäckstücks zwei Stunden lang auf einen Zug warten mussten. Dort habe ich Uli-Lisa getroffen, die deshalb viel Zeit hatte, um mir Genaueres über das Projekt zu erzählen.“

 

 

Engagement mal nicht persönlich, sondern digital: Was sind aus euer Sicht die größten Herausforderungen?

Marion: „Herausfordernd finde ich in der momentan sehr digitalen Zeit, das Engagement nicht hinauszuzögern und permanent zu verschieben - frei nach dem Motto „Das mach ich morgen noch eben!“, sondern sich feste Zeitslots zu nehmen, die man dann auch einhält. Der Austausch untereinander ist zwar verlangsamt und Projekte und Vorhaben dauern länger: Umso wichtiger ist es aber, sich regelmäßig online zu treffen, zu diskutieren, sich auszutauschen, Aufgaben zu verteilen und trotzdem an Projekten festzuhalten. Auch in Sachen Digitalisierung ist es ja schließlich 2020: Da zählen Ausreden nur noch halb!“

Jule: „Für mich ist die größte Herausforderung, dass man sich anders organisieren muss. Wenn Organisationstreffen zum Beispiel auf einer App wie Zoom stattfinden, funktioniert die Kommunikation anders. Man kann nicht „einfach mal diskutieren“ oder „einfach mal was ausprobieren“. Das ist eine große Herausforderung, aber auch eine Chance, um gröbere Fehler in der Theorie zu finden und zu beheben, bevor es in der Praxis losgeht.“

 

 

Habt ihr Tipps für alle, die ihre Projekte jetzt auch digital umsetzen?

Jule: „Mein Tipp ist: Organisiert euch! Überlegt gemeinsam, wie ihr gerne digital kommuniziert, Beiträge gestaltet und Ergebnisse sichert. Wenn das festgehalten wird, klappen digitale Meetings und Ergebnissicherung schon viel besser.“

Marion: „Projekte digital umzusetzen ist eigentlich gar nicht so schwer. Digitale Kommunikationstools helfen natürlich enorm. Ob Slack, Google Hangouts, Zoom oder auch WhatsApp, die Kommunikation muss ja nicht stillstehen. Es gibt außerdem Tools zur Planung von Projekten, in denen Aufgaben zugewiesen werden und der Projektfortschritt oder die nächsten Schritte festgehalten werden können, digitale Brainstorming-Programme und Dashboards, in denen ein Projektfortschritt festgehalten werden kann. Wir kommen eh nicht um die Digitalisierung herum - also besser sich jetzt schon damit zu befassen. Fixe Termine festlegen und auch einhalten ist das A und O, so ergeben sich Aufgaben von ganz alleine und der Workflow geht nicht verloren.“

Zurück

Einen Kommentar schreiben