Alumna-Interview: Lenas Weg in den Journalismus

In ihrer Schulzeit hat Lena Kohlwes für das junge Stadt Köln-Projekt k50 geschrieben, einem Jugendmagazin für Köln und die Region. Vier Jahre später ist sie heute Chefredakteurin von bonnFM, dem Campusradio für Bonn. Was sie dort macht, was sie bei k50 gelernt hat und welche Tipps sie für alle hat, die jetzt mit ihren Projekten starten möchten, erzählt sie im Interview.

Das „k“ steht für „Köln“ und die „50“ für die ersten beiden Ziffern der Postleitzahl des Kölner Rathaus. Aber was hatte es mit k50 eigentlich auf sich?

k50 war eine Schüler*innenzeitung, die zum Beispiel in Schulen und Jugendzentren auslag und kostenlos mitgenommen werden konnte. Alle Artikel darin hatten Schüler*innen selbst geschrieben. Für mich war k50 ein erster Schritt in den Journalismus: Das war ein cooles Projekt, um sich direkt hineinzustürzen!

Welche Aufgaben hast du bei k50 übernommen?

Einmal im Monat haben wir uns zu einer Redaktionssitzung getroffen und Themen vorgeschlagen. Ich hab zum Beispiel einmal einen Psychologen interviewt, um den Beruf vorzustellen. Es gab immer eine Deadline, bis dahin musste der Text stehen. Alle zwei bis drei Monate erschien dann eine neue Ausgabe.

Gab es einen Artikel, den du besonders gerne geschrieben hast?

Wir haben einmal zu dritt Shary Reeves von Wissen macht Ah! interviewt – das war super krass! Einmal durften wir auch Henriette Reker, die Oberbürgermeisterin von Köln, interviewen. Und wir hatten super viele Workshops: zum Beispiel mit Leidmedien. Das Projekt setzt sich dafür ein, dass Menschen mit Behinderungen in den Medien mitgedacht werden.

Heute studierst du Medien- und Politikwissenschaft. Hat dich k50 in der Wahl deines Studiengangs geprägt?

Ja, schon! Ich wusste damals, dass ich mich für Journalismus interessiere. Wir hatten in der Schule auch eine Schüler*innenzeitung, aber die hat nicht wirklich funktioniert. k50 war dann eine erste Möglichkeit, um etwas zu veröffentlichen. Das habe ich aus so einer Mischung aus Spaß und „Hey, das bringt mir was!“ gemacht. Damals schon etwas zu veröffentlichen, aber vor allem auch Feedback zu Texten zu bekommen, war super wertvoll.

Im Journalismus bist du weiterhin unterwegs – zum Beispiel bei bonnFM. Was ist das eigentlich?

bonnFM ist ein Campusradio aus Bonn. Als ich vor zwei Jahren dort angefangen habe, musste ich erstmal reinkommen: Radio ist ganz anders als Print. Die Leute waren aber super nett und haben mir viel geholfen. Dass ich vorher schon ein paar Interviews geführt hatte, hat auch geholfen.

Welche Aufgaben übernimmst du bei bonnFM?

Seit Juni bin ich Chefredakteurin. Ich sende selbst, moderiere also eine Sendung. Dann suche ich noch Themen, vermittle sie und schlage sie also unseren Reporter*innen vor. Letztendlich bin ich für alles in Sachen Organisation verantwortlich und helfe überall aus, wo es brennt: Wenn zum Beispiel im Social Media- oder Musik-Ressort Not am Mann ist, dann bin ich auch da die Ansprechpartnerin.

Hast du bei k50 etwas gelernt, das du heute bei bonnFM anwenden kannst?

Mega viel! Interviews zu führen zum Beispiel. Aber auch Themen zu finden: Wenn man ein Thema hat, muss man immer noch wissen, wie man es umsetzen kann, was daran interessant für die Zielgruppe ist und wie man es darstellen möchte.

Daneben geht es aber auch um die soziale Ebene: Redaktionell zu arbeiten bedeutet ja auch Feedback annehmen zu können. Man muss lernen, dass Leute auch mal sagen, dass sie etwas nicht gut finden. Dann darf man das nicht persönlich nehmen, sondern muss schauen, wie man das Feedback umsetzen kann.

Wenn du dir eine Person für ein Interviews aussuchen dürftest, wer wäre es?

Sophie Passmann, weil sie ein Vorbild für mich ist. Ich durfte sie für bonnFM auch schon einmal interviewen, das war ziemlich cool. Aber hätte ich zum Beispiel eine eigene Sendung bei einem jungen Sender wie 1live oder Radio Fritz oder so, dann würde ich sie direkt in die Sendung einladen!

Welchen Tipp hast du für junge Menschen, die jetzt loslegen möchten – egal ob als Journalist*in oder in der Projektarbeit?

Einfach machen! Irgendetwas finden, wo man sich ausprobieren kann – zum Beispiel eben ein Campusradio. Darüber lernt man am meisten und man kann sich vernetzen. Im Journalismus ist ein eigener Blog auch eine super Möglichkeit, aber noch wichtiger ist, sich mit anderen auszutauschen, Tipps anzunehmen und voneinander zu lernen.

Klingt gut? Hier geht's zum Bonner Campusradio. Hier erfährst du außerdem, wie du einem junge Stadt Köln-Projekt beitreten kannst, und hier ist erklärt, wie du dein eigenes Projekt starten kannst.

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