FASD - Fun And Support Day am 11. September 2021

FASD ist die Bezeichnung für die Fetale Alkoholspektrum-Störung (Fetal Alcohol Spectrum Disorder), das heißt angeborene Formen von Beeinträchtigungen, die durch Alkoholkonsum in der Schwangerschaft verursacht werden. Um bundesweit betroffenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 14 und 25 eine Möglichkeit zum Austausch zu geben, hat die FASD Peergroup Köln, die vom Erziehungsbüro Rheinland initiiert wurde und die sich aus betroffenen jungen Menschen zusammensetzt, gemeinsam mit junge Stadt Köln einen Fachtag organisiert.  

Frank hat ein kleines Team dabei begleitet, die Moderation der Online-Veranstaltung vorzubereiten, zu üben und bei der Moderation selbst unterstützt. Annika hat als Teilnehmerin des aktuellen Mentor:innen-Trainings hospitiert und während der Veranstaltung eine Kleingruppe in ihren beiden Gesprächsrunden begleitet.  

Ein kurzer Einstieg ins Thema: FASD ist schwer zu verstehen, da der Hilfebedarf sehr individuell und nicht sofort zu erkennen ist. Mögliche Symptome sind Entwicklungsstörungen, Kleinwuchs und einige weitere. Im Alltag entstehen Einschränkungen hauptsächlich aufgrund einer Störung der kognitiven Kontrolle. Aufklärung über FASD ist wichtig, damit medizinisches und pädagogisches Fachpersonal dieses komplexe Krankheitsbild besser erkennen und entsprechend handeln kann, und möglichen Vorurteilen und Verurteilungen vorgebeugt werden kann. Denn mit der richtigen Unterstützung können Betroffene trotz der Auffälligkeiten und Probleme ein selbstbestimmtes und eigenständiges Leben leben. 

Die FASD-Botschaft lautet „Anders anders sein“. Umso treffender das Schlussfazit aus der Teilnehmendenrunde am Ende des Fachtags: „Anders sein ist nicht schlimm!“ Das Logo des Fachtags zeigte einen Zauberwürfel. Bei diesem gilt es bekanntlich Farben zu sortieren, so wie FASD Betroffene ihre Tagesabläufe auf besondere Weise sortieren und schaffen müssen. Zweiter Berührungspunkt sind der bunte Alltag und die bunten Seiten von FASD. Für die beiden „Plauder-Couches“, in denen sich die Teilnehmenden zu Dritt austauschen konnten, gab es einige Leitfragen, um dem Gespräch eine Richtung zu geben.  

Austausch auf virtuellen Plauder Couches

Thema von Runde eins war die Unsichtbarkeit von FASD mit all seinen Farben und in Runde zwei ging es um persönliche Interessen und Meinungen. Die Teilnehmenden waren begeistert von den vielen Gemeinsamkeiten und gleichen Problemen, die sich dort herausstellten. Neben dem Bedürfnis nach Gemeinschaft und Spaß und dem gegenseitigen Interesse füreinander waren auch die Themen Geduld, Konzentration und Stimmungsschwankungen von Bedeutung. Verbunden mit persönlichen Erfahrungen und Tipps dazu. Den Teilnehmenden bedeutet es viel, Schönes mit Freunden zu unternehmen. Auch um sich nicht auf die Einschränkungen zu konzentrieren und einfach jeden Tag so zu leben, wie er ist. Dabei ist es wichtig, diese schönen Momente genießen zu dürfen. Äußerungen wie „Das kannst du sowieso nicht, ich kann das viel besser.“ sind leider nicht selten. Von Menschen in ihrem Umfeld wünschen sich die Teilnehmenden, dass sie sich auch selbst informieren, denn die wenigsten kennen das Krankheitsbild. Zum Abschluss der Zoom-Veranstaltung gab es eine „Disco“, verbunden mit der Möglichkeit zum weiteren Austausch über den Chat.  

Fazit von Mentorin Annika

“Der Fachtag und die Vorbereitung darauf waren für mich persönlich nicht nur hochinteressant, sondern vor allem auch berührend. Die Teilnehmenden hatten eine beeindruckende Ehrlichkeit beim Erzählen und das „Herz auf der Zunge“. Die Stärke, die sie alle in sich tragen kam an zahlreichen Stellen zum Ausdruck. „Egal was ihr sagt, ich bleibe wie ich bin und ich mag mich so!“ Besonders gefreut hat mich, dass es allen am Ende ein großes Anliegen war über den Fachtag hinaus in Kontakt zu bleiben und sich auch in kleineren Gruppen wohnortsnah regelmäßig zu treffen. So hat die Peergroup das Ziel des Tages, miteinander in Kontakt zu kommen, mehr als gut erreicht. Alle haben sich in einem Rahmen wiedergefunden, in dem sie sich gegenseitig durch den Austausch helfen können. „Da sind Leute, die sind genauso wie ich. Mit denen kann man sich so verhalten, wie man ist.” 

Mehr Infos zur FASD-Peergroup für Jugendliche in Köln findet ihr auf ihrer Website! Einfach hier klicken.

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