Ausdauer gegen (Dauer-)Stress

Was tun, wenn das Leben zu stressig wird?

Das Wort Stress dürfte heutzutage kein unbekannter Begriff sein – ganz im Gegenteil: Ob wegen des Studiums oder des Berufs, gefühlt ist jeder immer gestresst. Und wenn man nicht gestresst ist, hat man dann vielleicht zu wenig zu tun? Ist gestresst sein mittlerweile eine Notwendigkeit in unserer Gesellschaft geworden? Was ist Stress überhaupt?

In unserem Februarstammtisch war das Thema, wie könnte es anders sein, Stress. Was sind Stressoren für dich? Warum ist das Projekt, das noch abgegeben werden muss, für den einen ein Schritt Richtung Burnout und für den anderen kein Problem? Und was kann ich tun, damit es vielleicht gar nicht soweit kommt, gestresst zu sein?

 

Eustress und Disstress

Eu…was? Um die verwirrende Überschrift im Rahmen der Psychologie aufzuklären: Stress lässt sich unterteilen, denn es gibt nicht nur den, in der Alltagssprache gemeinten, negativen, sondern eben auch positiven Stress. Stress in der allgemeinen Definition ist nämlich neutral gesprochen die Reaktion auf als herausfordernd wahrgenommene Reize. Er ist situationsabhängig und hat bei jedem Menschen stets eine individuelle Schwelle. Eustress ist hierbei positiv und bezieht sich auf Situationen, die mit positiven Gefühlen einhergehen und die mit den eigenen Ressourcen bewältigt werden können, z.B. deine langersehnte Geburtstagsfeier, die bevorsteht. Das Gegenteil davon, der Disstress, ist negativ und kann dich hemmen, Probleme richtig anzugehen, weil du das Gefühl hast, zur Bewältigung nicht die nötigen Ressourcen zu haben. Ein Beispiel hierfür wäre das Projekt, das dich in den Wahnsinn treibt und bei dem du meistens gar keine Lust hast, dich mit dieser stressigen Aufgabe zu beschäftigen. Stressoren bei unserem Stammtisch waren beispielsweise Klausuren, neue Menschen oder unbekannte Situationen, also eher in die Richtung der Überforderung, aber eben auch das Gegenteil, nämlich in Richtung der Unterforderung wie beispielsweise kein Projekt oder keine Deadlines zu haben.

 

Zwischen Überforderung und Unterforderung

Da wir nun gelernt haben, dass Stress nicht immer negativ sein muss, sollte nochmal über die Wirkung von Stress gesprochen werden. Hierbei lässt sich zwischen akutem und langfristigem Stress unterscheiden. Akuter, nicht lang anhaltender Stress wirkt auf körperlicher Ebene aktivierend und ist aus evolutionärer Sicht, zum Beispiel bei einer plötzlichen Fluchtsituation, sehr sinnvoll und überlebenswichtig. Der langfristige Stress hingegen, wie wir ihn zum Beispiel durch anhaltende berufliche Belastung kennen, ist keine natürlich Reaktion des Körpers und geht mit anderen Hormonen einher, die bei zu langem anhalten, krank machen. So kann es beispielsweise, durch nicht adäquate Lebensumstände und fehlender Stressbewältigung zu einem Burnout kommen, welches mit Niedergeschlagenheit, emotionaler Erschöpfung und dem ständigen Gefühl vom eigenen Misserfolg einhergeht. Eine angemessene und gesunde Stressbewältigung sollte man daher in jedem Fall Ernst nehmen.

Und woran liegt es nun, dass mein Kollege psychisch viel besser mit dem Problem im Projekt klarkommt als ich? Das liegt zusaätzlich noch an der Vulnerabilität (also sozusagen die psychische Verletzlichkeit), die bei jedem Menschen unterschiedlich ist. Diese hängt zum einen von der Genetik und zum anderen von den Faktoren der Umwelt ab, die auf dich einwirken. Deswegen verändert die Vulnerabilität sich im Laufe des Lebens ständig. Einige Fakoren, wie zum Beispiel gute soziale Kontakte, können hierbei als sogenannte Schutzfaktoren dienen, um den Stress, der auf uns einwirkt, (etwas) abzuschwächen. Was jedoch ebenfalls einen sehr wichtigen Schutzfaktor darstellt, ist eine gute Stressbewältigung. Vielleicht geht dein Kollege einfach anders mit Stress um, ohne, dass du es mitbekommst? Vielleicht ist deine Vulnerabilität in deiner momentanen Lebensphase einfach höher und du musst mehr auf dich achten als andere. Was auch immer es ist, es gibt Möglichkeiten, dein Stressmanagement zu verbessern.

 

Problemorientiert und emotionsorientierte Stressbewältigung

Um den indivduellen Einfluss von negativem Stress auf jeden Einzelnen etwas zu verdeutlichen, kann man das Stressmodell von Lazarus als Konzept dafür betrachten. Hierbei wirkt grob gesagt die Umwelt in Form von Reizen (also den Stressoren) auf die Person ein, die diese dann bewertet und verarbeitet. Sobald die Person das Gefühl hat, dass sie für die Bewältigung der Reize aus der Umwelt nicht ausreichend Ressourcen zur Verfügung stehen, werden diese als Stress wahrgenommen und die Person beginnt mit der Stressbewältigung (auch „Coping“ genannt). Hierbei gibt es einmal die problemorientierte Stressbewältigung, die sich darauf bezieht, die stressige Situation selbst zu ändern, und zum anderen gibt es die emotionsorientierte Stressbewältigung, bei der die Person den Bezug zur Situation ändert.

 

Einige Stressmanagementstrategien von unserem Stammtisch:

  • schreiben eines Bullet Journals oder Tagebuchs
  • gute Ernährung
  • regelmäßig Sport
  • Therapie, Coaching
  • themenspezifische Beratungsangebote
  • eigene Ziele im Auge behalten
  • Zürcher Ressourcenmodell anwenden à Powerbild
  • Grenzen setzen
  • Pausen machen, zur Ruhe kommen
  • Schwimmen, Sauna
  • Planung verbessern (Struktur)
  • regelmäßig genug schlafen

 

 

Nun… ist es so, dass, wenn man nicht gestresst ist, man zu wenig zu tun hat? Absolut nein. Denn Stress hat nichts damit zu tun, wie viel zu tun ist, sondern wie du dich dem gewachsen fühlst und welche Ressourcen du hast. Mit Stressbewältigungstechniken kann man dem mit etwas Übung ganz gut entgegenwirken.

Und ist gestresst sein eine Notwendigkeit in unserer Gesellschaft geworden? Manchmal kann es einem so vor kommen, aber lass dir vom Psych_ED Team gesagt sein: so muss es nicht sein! Wenn du das Gefühl hast, der Stress wächst dir über den Kopf, dann ist es eine gute Idee sich Hilfe zu suchen: ob beim Schulpsychologen, dem hochschulischen psychologischen Dienst oder einer Anlaufstelle in deiner Nähe. Hilfe suchen, ist nie falsch.

 

Wir hoffen, dass dieser Beitrag dir einen Einblick in das Thema Stress geben konnte und wünschen dir gutes Gelingen bei der Bewältigung von (hoffentlich positivem) Stress. Bleibt gesund!

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Den Begriff Selfcare hat wohl jeder schon einmal gehört. Ins Deutsche lässt er sich wohl am besten mit dem Wort Selbstfürsorge übersetzen, und genau darum geht es: Den fürsorglichen Umgang mit sich selbst, die eigenen Bedürfnisse auch mal an erste Stelle setzen, sich selbst wie einen guten Freund behandeln, dem man gerne etwas Gutes tun möchte.

 

Das Wort Stress dürfte heutzutage kein unbekannter Begriff sein – ganz im Gegenteil: Ob wegen des Studiums oder des Berufs, gefühlt ist jeder immer gestresst. Und wenn man nicht gestresst ist, hat man dann vielleicht zu wenig zu tun? Ist gestresst sein mittlerweile eine Notwendigkeit in unserer Gesellschaft geworden? Was ist Stress überhaupt?

 

Gleich nach den weihnachtlichen Dezembertagen kommt schon die Neujahrsfeier daher und mit ihr die altbekannten Neujahrsvorsätze: „Ich will im kommenden Jahr 30 Kilo abnehmen.“ „Ich werde in diesem Jahr jeden Tag zehn Kilometer joggen.“ „Keine Süßigkeiten mehr! Diesmal wirklich." Alles Aussagen, die man bei der Silvesterparty bestimmt schon einmal halbherzig gesagt bekommen hat, die aber mit dem wirklichen Umsetzen von Zielen wenig zu tun haben. So wird oft mit Neujahrsvorsätzen um sich geworfen wie mit Konfetti – oder?

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