Liebe = Lösung?

Liebe liegt in der Luft – alles fühlt sich gut an, wie in Watte gepackt. Die rosarote Brille gibt einem das Gefühl, man würde auf Wolke schweben. Zumindest die Anfangsphase einer romantischen Beziehung ist voll mit Schmetterlingen im Bauch und alles ist einfach… besser?  Ist Liebe die Lösung?

An unserem Psych-ED Stammtisch im März haben wir uns über das Thema Liebe und damit einhergehenden Beziehungen auseinander gesetzt. Das eine Beziehung zu einem anderen Menschen meistens nicht die hochersehnte Lösung zu all unseren Problemen darstellt, wurde dabei leider sehr schnell klar.

 

Was ist Liebe? Eine Frage, mit der sich schon Aristoteles befasst hat und die immer noch, für jeden Menschen unterschiedlich beantwortet werden kann. Allgemein kann man sagen, dass Liebe ein starkes Gefühl der Verbundheit zu einer anderen Person bezeichnet. Dabei lässt sich, grob gesagt, zwischen familiärer, freundschaftlicher und partnerschaftlicher Liebe unterscheiden. Aber ein Patentrezept gibt es bei allen nicht. Wir versuchen uns, bei der Frage nach einer „Lösung“ aber vorwiegend innerhalb dieses Blogeintrags auf romantische Beziehungen zu beziehen.

 

Unterschiedliche Beziehungsformen

Nun muss man sich bei dem Gespräch über Beziehungen und damit einhergehender Liebe auch mit unterschiedlichen Beziehungsformen auseinander setzen, die nicht mehr ganz dem Vater-Mutter-Kind-Klischee entsprechen. Natürlich gibt es überwiegend (vermeintlich) monogame romantische Beziehungen, aber eben auch polyamore oder polygame Beziehungen, die ebenfalls ihre Berechtigung beim Thema Liebe haben. Es existieren die unterschiedlichsten Beziehungskonstellationen und -modelle und wir waren uns im Rahmen des Stammtischs einig, dass jeder sich seine passende Art der Beziehung suchen sollte. Es ist nur wichtig, dabei niemand anderen zu verletzen, denn zu einer Beziehung gehören immer (mindestens) zwei. Gegenseitiger Respekt, Unterstützung und Rücksicht sollten dabei nicht zu kurz kommen.

 

Liebe und Psyche

Wie wir eben festgestellt haben, gibt es bei Beziehungen in der Regel keine Norm. Aber so unterschiedlich auch die Beziehungsformen sein mögen, die Assoziationen zum Thema Liebe und psychische Gesundheit passen auf so gut wie jede Form. Die Liebe kann auf die Psyche viele positive Einflüsse haben, die auch der Grund dafür sind, dass wir dieses Gefühl der Verbundenheit unser Leben lang suchen. Allerdings sollten auch die möglichen „Nebenwirkungen“ einer Beziehung nicht außer Acht gelassen werden. Oft werden diese nämlich als Liebesbeweise getarnt. Ob krankhafte Eifersucht, emotionale Abhängigkeit oder Gewalt dem Partner gegenüber: jeder kann in eine dysfunktionale Beziehung rutschen, ohne es am Anfang richtig mit zu bekommen. Die Anfangsphase, in der sich alles super gut anfühlt, ist auch eine Phase, in der man über einige Eigenarten des anderen hinwegsehen kann und dabei vielleicht den ein oder anderen Hinweis auf eine nicht funktionierende Beziehung schnell übersieht. Liebe bedeutet nicht automatisch, dass die Beziehung funktioniert, geschweige denn gut für einen selbst ist. Wenn wir merken, dass wir in einer Situation gelandet sind, die uns nicht gut tut, ist es wichtig, dass wir uns das eingestehen und versuchen uns Hilfe zu holen. Ob bei einem vertrauten Menschen oder einer professionellen Hilfestelle, sich von einer anderen Person nicht gewertschätzt fühlen, ist nicht normal und muss auch nicht ausgesessen werden.

Allerdings sind da auch die Partnerschaften, die einen erfüllen und glücklich machen. Das sieht für jeden anders aus. Wo die eine Person in einer Beziehung ihre Prioritäten setzt, wäre es bei einer anderen Person in diesem Maße schon zu viel des Guten. Geborgenheit, Vetrauen, Loyalität oder Sicherheit: in jedem Fall innerhalb einer Beziehung nicht verkehrt. Ob es die Lösung ist? Vermutlich nicht. Es kommt vor, dass Personen ihre Probleme durch eine liebevolle Partnerschaft verbessern können, aber verschwinden werden die meisten davon nicht. Nur weil man eine glückliche Beziehung führt, bedeutet das nicht, dass die Depressionen oder ähnliche Problematiken gelöst sind. Nein, man ist durch Liebe nicht auf magische Weise durchgehend glücklich. Und das ist in Ordnung. Wenn du Hilfe brauchst, kann Liebe sicherlich gut unterstützen, aber den Weg zu einer besseren psychischen Gesundheit, muss man dennoch alleine (mit Unterstützung von bspw. Psychotherapeut:Innen) gehen und gehen wollen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Liebe kompliziert und verwirrend sowie individuell und sonderbar ist. Das bedeutet aber auch, dass es kein Geheimrezept zur perfekten (Liebes-)Beziehung gibt und jeder für sich selbst entdecken muss, was einem gut tut und innerhalb der Beziehung wichtig ist.

 

Sich geliebt fühlen

Als letztes haben wir bei unserem Stammtisch, über das geliebt werden gesprochen und woran jeder Einzelne eventuell erkennt, dass er geliebt wird. Hier eine Liste von den Besuchern unseres Stammtisches; sicherlich habt ihr davon auch schon so Einiges selbst erfahren dürfen:

  • Angenommen und respektiert werden, wie man ist
  • Geduld bei schweren Zeiten
  • Liebe ist wie eine wunderschöne Herausforderung
  • Gemeinsam wachsen können
  • Unterstützung, Ehrlichkeit, Vertrauen, Mitgefühl
  • Freiheiten geben und ein eigener Mensch bleiben und sein dürfen
  • Keine psychische oder körperliche Gewalt
  • Gehört werden
  • „love is the same thing as paying attention“ – happiness spells Podcast

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Liebe liegt in der Luft – alles fühlt sich gut an, wie in Watte gepackt. Die rosarote Brille gibt einem das Gefühl, man würde auf Wolke schweben. Zumindest die Anfangsphase einer romantischen Beziehung ist voll mit Schmetterlingen im Bauch und alles ist einfach… besser?  Ist Liebe die Lösung?

 

Den Begriff Selfcare hat wohl jeder schon einmal gehört. Ins Deutsche lässt er sich wohl am besten mit dem Wort Selbstfürsorge übersetzen, und genau darum geht es: Den fürsorglichen Umgang mit sich selbst, die eigenen Bedürfnisse auch mal an erste Stelle setzen, sich selbst wie einen guten Freund behandeln, dem man gerne etwas Gutes tun möchte.

 

Das Wort Stress dürfte heutzutage kein unbekannter Begriff sein – ganz im Gegenteil: Ob wegen des Studiums oder des Berufs, gefühlt ist jeder immer gestresst. Und wenn man nicht gestresst ist, hat man dann vielleicht zu wenig zu tun? Ist gestresst sein mittlerweile eine Notwendigkeit in unserer Gesellschaft geworden? Was ist Stress überhaupt?

 

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