Schule und Psyche

3 x 0 = 0 – Stammtisch zum Thema Schule

„Dreimol Null es Null es Null“ wie es Bläck Fööss so schön angeführt hat. Wir alle waren in der Schule und erinnern uns an die Zeit, die wohl für jeden sehr prägent war. Nicht nur körperlich, sondern auch mental gab es Entwicklungen, die vielleicht nicht immer so schön vonstatten gingen, wie man diese in nostalgischer Erinnerungen gelegentlich skizziert. Einige haben wohl sichtlich keine positiven Erinnerungen an die Schulzeit, und wir haben bei unserem Juni Stammtisch darüber gesprochen, was strukturell hätte besser laufen können und wie unsere individuellen Erfahrungen dabei waren. Bei dem Thema Schule fallen dir sicherlich viele verschiedene Themen ein, über die wohl tagelang diskutiert werden könnte. Daher haben wir uns für diesen Online-Stammtisch über Zoom, auf die Aspekte Leistungsdruck und Soziales Miteinander fokussiert und versucht, in Hinblick auf diese Aspekte, eine theoretische Traumschule zu entwerfen, die vielleicht in Zukunft Anwendung finden kann um die Schulzeit für jeden ein kleines bisschen besser zu machen.

 

Leistungsdruck

Ob Schule, Uni oder Job, jeder erfährt in seinem Leben irgendwann den gesellschaftlichen Leistungsdruck, der mit den immer weiter steigenden Anforderungen in jeglichen Bereichen einhergeht. In Bezug auf die Schule ließ sich aus den Gesprächen vorallem der Aspekt des grundsätzlichen Lernvorgangs als solcher, der auch gelernt werden muss, kritisieren. Häufig lernt man diesen nämlich nicht, oder erst zu spät und entwickelt dadurch eine ungesunde Beziehung zum Lernen, welche doch eigentlich positiv geprägt sein sollte: neue Dinge lernen sollte positiv sein. Ist es bei vielen aber leider nicht. Wann man nun Lernen lernt, hängt individuell davon ab, wann der Leistungsdruck als solcher wahrgenommen wird. Einige setzen sich, beispielsweise mit dem Ziel Medizin studieren zu wollen, bereits innerhalb der Schule massiv unter Druck, andere nehmen diese Einstellung erst im Studium auf, sobald Ihnen die Realität des Arbeitsmarktes deutlich wird. So oder so kann es zu starker mentaler Belastung kommen, die sich oft auch körperlich oder durch bestimmte Verhaltensweisen manifestiert. Darunter können ungesunde Ernährung, wenig Selfcare, Angst vor Leistungssituationen mit Benotung, unaufgeräumte Umgebung (z.B. das eigene Zimmer) sowie Prokrastination fallen. Der Druck innerhalb der Gesellschaft kommt zum Beispiel durch Leistungsvergleiche oder -bewertungen, sowie durch Jobs mit unnötig hohen Qualifikationen, hohe Zulassungsvoraussetzungen von Hochschulen oder einer Zeitproblematik zustande. Der generelle Leistungsvergleich kann zu einem verminderten Selbstwertgefühl und darauffolgend zu psychischen Erkrankungen führen. Falls du dich dadurch angesprochen fühlst, würden wir dir empfehlen, dich jemandem, bei dem du dich geborgen fühlst, anzuvertrauen.

 

Soziales Miteinander

Unter dem Punkt des Sozialen Miteinanders wurden beim Stammtisch jegliche Personengruppen angesprochen, Schüler:innen, Lehrer:innen sowie außenstehende, soziale Strukturen zum Beispiel (eventuell existente) Schulpsychologen und Streitschlichter:innen. Eine der deutlichsten Themen ist die Cliquenbildung innerhalb der Schule, die ab der Oberstufe etwas aufbricht, aber dennoch existent ist. Dahingehend kann es zu lebenslangen Freundschaften, aber eben auch zu Ausgrenzung und Mobbing kommen. Dieser negative Aspekte der Cliquenbildung ist eine ernstzunehmende Angelegenheit, die nicht unterschätzt werden sollte. Lehrkräfte und andere zuständige Erwachsene sollten bei Anzeichen von Mobbing, Ausgrenzung, Diskriminierung, Rassismus oder anderen Formen von mentaler oder körperlicher Gewalt eingreifen und diese unterbinden. Es kann hierbei zu ernsthaften Konsequenzen für die Betroffenen kommen und jede Schule sollte eine konkrete Vorgehensweise zur Unterstützung dahingehend vermitteln und vertreten. Leider ist dies oft nicht gegeben und wurde im Rahmen unseres Stammtisches kritisiert. Oft wird besonder nicht körperliches Mobbing weniger ernst genommen. Auch stand die nicht vorhandene Sozialkompetenz vieler Lehrkräfte im Vordergrund. Selbstverständlich gibt es auch Lehrer:innen, die die Schulzeit positiv prägen und engagiert sind, jedoch sollten einige Lehrkräft bei bestimmten Verhaltensweisen, zum Beispiel lautstarke verbale Bestrafung, besser reguliert und diese unterbunden werden.

Ob die Erfahrungen im sozialen Kontext und im Bezug auf Leistungsdruck nun positiv oder negativ gewesen sind, ist natürlich sehr individuell und daher von Person zu Person unterschiedliche

 

Traumschule

Gemeinsam konnten wir bei unserem digitalen Stammtischtreffen über eine imaginäre Traumschule sprechen, die strukturell für die Schüler:innen und nicht nur für das Erbringen von Leistung entworfen wird. Hierbei steht besonders der zwischenmenschliche Aspekt im Vordergrund. So sollte den Schüler:innen Raum für die persönliche Entfaltung und das freiere Lernen nahegelegt werden. Am besten wäre eine ausgeprägte Praxisnähe der Inhalte und eine Verknüpfung zum persönlichen Leben. Die Frage „Warum machen wir das hier eigentlich“ ist wohl jedem schonmal in den Sinn gekommen und sollte daher aufgeklärt werden um dadurch die Freude am Lernen zu steigern. Feste Ansprechpartner:innen für eine persönliche sowie gruppenbasierte Beratung sollten an jeder Schule etabliert sein. Schultherapeut:innen und Sozialarbeiter:innen sollten existent und an die Schweigepflicht gebunden sein. Das Thema der mentalen Gesundheit sollte besprochen werden und es sollte regelmäßige Kurse für die Entwicklung von Empathie, für gewaltfreie Kommunikation, die Vermittlung innerhalb von Konfliktsituationen sowie für den Umgang mit den eigenen Emotionen geben. Generell ist die Unterstützung von Metakompetenzen immer sinnvoll und sollte gefördert werden. In Bezug auf den Leistungsdruck wäre ein weniger notenbasierter Umgang sowie eine gesündere Fehlerkultur von Vorteil. Lehrkräfte sollten zudem für die zwischenmenschliche Kommunikation und für eine unterstützende Funktion besser und regelmäßig geschult werden.

 

Haben wir etwas vergessen? Wie würde deine Traumschule aussehen? Wir freuen uns über deinen Input auf unserer Instagramseite @psyched_koeln

Wenn du bei unserem nächsten Online-Stammtisch am ersten Donnerstag jeden Monats dabei sein willst, findest du die Zugangsdaten unter:

https://jungestadtkoeln.de/projekte/psych_ed

Zurück

„Dreimol Null es Null es Null“ wie es Bläck Fööss so schön angeführt hat. Wir alle waren in der Schule und erinnern uns an die Zeit, die wohl für jeden sehr prägent war. Nicht nur körperlich, sondern auch mental gab es Entwicklungen, die vielleicht nicht immer so schön vonstatten gingen, wie man diese in nostalgischer Erinnerungen gelegentlich skizziert. Einige haben wohl sichtlich keine positiven Erinnerungen an die Schulzeit, und wir haben bei unserem Juni Stammtisch darüber gesprochen, was strukturell hätte besser laufen können und wie unsere individuellen Erfahrungen dabei waren.

TRIGGER WARNUNG:

Wir weisen daraufhin, dass im Folgenden über das Thema Trauma sowie über Traumafolgestörungen geschrieben wird und wir würden euch bitte, diesen Text nur zu lesen, wenn das Thema für euch keine mentale Belastung darstellt.

Den Begriff Selfcare hat wohl jeder schon einmal gehört. Ins Deutsche lässt er sich wohl am besten mit dem Wort Selbstfürsorge übersetzen, und genau darum geht es: Den fürsorglichen Umgang mit sich selbst, die eigenen Bedürfnisse auch mal an erste Stelle setzen, sich selbst wie einen guten Freund behandeln, dem man gerne etwas Gutes tun möchte.

 

Schau auf unseren Social Media-Kanälen vorbei! Oder melde dich direkt bei uns.

Besuch uns durch einen Klick auf Facebook oder Instagram. Alternativ gelangst du über das Papierflieger-Symbol direkt zu unserem Kontaktformular.

          

 

Wir freuen uns auf deine Kommentare.

Kommentar von Oliva90 |

Danke für den informativen Artikel. Behandelt oder verarbeitet man das Trauma nicht, kann es zu posttraumatische Belastungsstörung kommen. Deshalb ist es wichtig schnell zu handeln und professionelle Hilfe zu holen.

Kommentar von Verena |

Was beide Trauma-Typen gemein haben, ist, dass sie ein Leben lang bleiben können, wenn sie nicht effektiv behandelt werden. Ein Trauma, von dem sich betroffene Personen nicht erholen können, bedeutet eine massive Einschränkung darin, alltägliche Aktivitäten zu meistern. Hypnosetherapien haben sich in der Vergangenheit als eine wirksame Methode erwiesen, Betroffenen zu helfen, mit ihrem Trauma umzugehen und unbeschwert zu leben.